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Andacht: Keiner von uns lebt nur für sich selbst

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„Keiner von uns lebt nur für sich selbst“ Römer 14,7a

Es war am Sonntag Kantate am 19.Mai, als wir die Jubelkonfirmation mit denjenigen feiern durften, die vor 70 Jahren in genau dieser Petruskirche konfirmiert worden waren. Damals waren es über 70 Konfirmanden aus einem Jahrgang! Eine Woche vorher hatten wir 11 junge Menschen aus 2 Jahrgängen in Obertürkheim konfirmiert.

Mir gefällt dieses Bild so gut, weil es etwas von dem ausdrückt was unsere Gemeinde sein kann: eine echte Gemeinschaft, in der Menschen aufeinander achtgeben, sie nehmen sich an der Hand. Von dieser Gruppe weiß ich es, wie sie Anteil nehmen am Schicksal der Anderen. Sie sind eine Gemeinschaft, die miteinander feiert und miteinander trauert. Sie sind eine Gemeinschaft, die immer wieder erlebt, dass sie Kraft finden können aus diesem Glauben, den sie vor 70 Jahren bei ihrer Konfirmation bezeugt haben, Kraft aus der heraus sie ihr Leben gestalten können. Eine Kraft, die sie all diese Jahre getragen hat. Wenn man darüber sprechen will, fällt das schwer. Es ist diese merkwürdige Beziehung zu Gott, die sich schwer beschreiben lässt und die doch so wirksam unser Leben beeinflusst und prägt. Wir waren stolz an diesem Tag an dieser Feier teilzuhaben und die aufrichtige Freude der JubilarInnen mitzuerleben und zugleich erfüllte uns ein wehmütiges Wünschen….
Wie kann es gelingen in unseren Gemeinden, die Kreise derer, die sich an der Hand nehmen und aufeinander achtgeben, die miteinander feiern und miteinander trauern, die ihren Glauben in der Beziehung zu Gott und zueinander gestalten wollen, wie kann es gelingen diese Kreise zu erweitern? Große Kreise zu bilden, andere Menschen miteinzubeziehen, Menschen, die sich auch danach sehnen angenommen zu sein und gesehen zu werden?

Ja, es kann gelingen und es gelingt immer wieder, wo wir die Augen füreinander öffnen. Wenn wir uns den Blick aufeinander erlauben, der unser Herz und die Herzlichkeit zueinander miteinbezieht. Manchmal reicht es nicht nur aufeinander zu blicken, da müssen wir uns wirklich an der Hand nehmen und ein Stück weit mitnehmen. Vielleicht auch einfach mal in den Gottesdienst mitnehmen und ausprobieren ob ich etwas von der Kraft erlebe, die aus der Beziehung zu Gott mir zuwachsen kann?

Denn „keiner von uns lebt nur für sich allein!“ Das hat der Apostel Paulus an die Gemeinde in Rom geschrieben, die gerade im Begriff war sich zu zerstreiten. „Eure Gemeinschaft ist euer höchstes Gut, setzt sie nicht aufs Spiel!“ Unsere Kirchengemeinden bieten diese Gelegenheit gemeinschaftlich zu leben, so wie es in unserer heutigen Gesellschaft nur an wenigen Orten noch so erlebbar ist. Darüber freuen wir uns und wir können ruhig auch ein wenig stolz darauf sein!

Ich grüße Sie!
Ihre
Pfarrerin Friederike Weltzien

Letzte Änderung amDonnerstag, 25 Juli 2019 17:01