Log in

Besinnung

Jahreslosung: „Ich glaube, hilf meinem Unglauben!“ Mk 9,24


Auf diesem Titelbild sehen Sie unser Stehpult in der Petruskirche. Wolfram Leinß hat es für uns aus einem alten Kirschbaum vom Ailenberg geformt. 
Es steht da, als ob es wartet. 

Bald wird vielleicht ein Blatt darauf liegen, Blätter mit vielen Worten?


Ein Buch? Die Bibel oder das Gesangbuch?


Vielleicht erzählt dort bald an diesem Stehpult jemand die Geschichte, aus der die Jahreslosung genommen wurde? „Ich glaube, hilf meinem Unglauben!“ Es ist der Schrei eines verzweifelten Vaters, der sein Kind retten möchte. Die Geschichte von einem Jungen mit Epilepsie. Damals zu Zeiten Jesu konnte man sich diese Krankheit nicht anders erklären, als dass ein Dämon dieses Kind bewohne und ihn immer wieder in Krämpfen schüttele.
Eine Krankheit, gegen die man sich nicht zu helfen wusste. Was mag der Vater nicht schon alles probiert haben, bis er von Jesus gehört hatte. Und so klagt er Jesus sein Leid, erzählt, wie gefährlich diese Krankheit ist, wenn es den Jungen ganz unvorhergesehen ergreift. Er sagt, er sei schon ins Feuer gefallen und auch ins Wasser, weil man nie weiß, wann der nächste Anfall kommen wird.

„Wenn du kannst, dann hilf uns!“, bittet der Vater Jesus ganz vorsichtig. „Was heißt hier: Wenn du kannst? Wer glaubt, kann alles!“, entgegnet Jesus ihm empört. Und darauf folgt dieser Satz des Vaters: „Ich glaube, hilf meinem Unglauben!“
Ja, Jesus heilt das Kind.

Und jetzt stehen wir da, schauen auf das leere Stehpult und sollen das glauben? Ich schwanke genau so zwischen diesen Polen wie der Vater. Ich glaube, ja, es gibt diese Kräfte, diese Macht, die die Krankheiten besiegt, und es gibt so oft und leider öfter die Erfahrung, das alles nicht hilft, auch nicht die intensivsten Gebete. Wie traurig, wie maßlos traurig sind wir dann, wenn ein Kind nicht geheilt werden kann. Der Vater aber darf staunen über die große Kraft Jesu!

Das leere Stehpult mag uns neugierig machen! Die Geschichten Gottes mit den Menschen sind so vielfältig. Es werden noch unendlich viel mehr Seiten beschrieben werden in unserem eigenen Leben. Unsere ganz eigene Geschichte mit Gott und mit unserem Glauben oder Unglauben.

Ich bin gespannt, welche Seiten im Lebens­buch im Jahr 2020 aufgeschlagen werden. Und ich will versuchen in allem, was sich ereignen wird, auf die Geschich­te zu hören, die Gott mir damit erzählen möchte.
Ich wünsche Ihnen allen ein gesegnetes neues Jahr 2020!

Ihre Friederike Weltzien

Letzte Änderung amDonnerstag, 19 Dezember 2019 10:35
Mehr in dieser Kategorie: « Besinnung Warum? Wozu? Gottesdienst? »